Erasmus in Potsdam – Time of my life!

   

Studieren an einer Universität, Unterrichten im Ausland, Leute aus aller Welt kennen lernen und die Nähe zu Berlin – das waren meine Gründe, mich für ein Erasmus-Semester in Potsdam zu entscheiden!

Das alles und noch viel mehr durfte ich in fünf kurzen Monaten erleben. Gemeinsam mit rund 300 anderen Erasmus-StudentInnen startete ich Anfang April in ein unvergessliches Semester in Deutschland.

Ich wohnte in Potsdam in einem recht neuen Wohnheim, das nur zehn Minuten zu Fuß vom Campus Golm, in dem das Grundschullehramt-Studium hauptsächlich stattfindet, entfernt liegt. Leider waren dort kaum andere Erasmus-StudentInnen untergebracht, doch wir trafen uns regelmäßig in einer der (ausgezeichneten und billigen) Mensen, in Berlin oder in einem der anderen Heime. Man konnte kaum einen Fuß vor die Tür setzen, ohne jemandem über den Weg zu laufen, den man kennt.

Für Personen mit nichtdeutscher Muttersprache werden an der Universität Potsdam in verschiedenen Studiengängen teilweise Kurse auf Englisch angeboten, allerdings nicht für Grundschulpädagogik. Ich nahm daher, gemeinsam mit einer Schweizerin, an den normalen Lehrveranstaltungen teil. Die Ausbildung in Deutschland ist sehr umfangreich und detailliert, man legt sich im fünf Jahre dauernden Lehramts-Studium auf zwei Fächer fest und erhält in den anderen nur eine Grundausbildung. Die Grundschule dauert in Deutschland außerdem, anders als in Österreich, sechs Jahre.

Leider konnte ich keinen Praxis-Kurs belegen, da diese vor allem im verpflichtenden Master-Studium abgehalten werden. Trotzdem konnte ich mir anhand von zwei großen Projekten ein Bild von deutschen SchülerInnen und Schulen machen. Es zeigte sich, dass unsere Ausbildung in Österreich und der Schweiz viel praxisorientierter ist und die Deutschen beeindruckt waren, weil wir Erasmus-Studentinnen uns schon gut in die Kinder hineinversetzen konnten, während für einige die Projekte der erste Kontakt mit Grundschulkindern waren.

Zu Beginn war ich vom Arbeitspensum an der Uni überrascht, doch ich gewöhnte mich daran ebenso schnell wie an die neuen Lehrveranstaltungen, die ich besuchen konnte. Unter anderem belegte ich die Fächer „Kinderliteratur“ und „Schulgarten“, die von sehr engagierten Lehrkräften geleitet wurden und die ich jetzt schon vermisse. Ich lernte, außerhalb der Norm zu denken und mich mit Kindern an große Projekte zu wagen, die ihnen im Leben helfen sollen und nicht rein auf den Wissenserwerb sondern auch auf die soziale Entwicklung abzielen.

Auch außerhalb der Universität ergaben sich viele neue Erfahrungen, die vor allem durch die Internationalität unserer Gruppe unvergesslich wurden. So wurde zum Beispiel der Songcontest zu einem Event, das den Zusammenhalt trotz der Konkurrenz stärkte. Auch die Fußball-WM begleitete uns durch das gesamte Semester, und dass wir die Sieger persönlich am Brandenburger Tor begrüßen durften war ein Erlebnis, das es in Österreich wohl nicht so schnell geben wird.

Wir unternahmen viel gemeinsam. ESN Potsdam, das örtliche Erasmus Student Network, bot Info-Veranstaltungen, Führungen und sogar mehrtägige Ausflüge zu niedrigen Preisen an. Auch einige StudentInnen organisierten Trips, und so lernten wir viele deutsche und ausländische Städte kennen. Kaum ein Wochenende war nicht verplant. In Berlin nahmen wir an einem Flashmob teil, sahen Dreharbeiten zu „Hunger Games“, oder hörten uns Karaoke im Mauerpark an.

Der Kontakt zu den anderen hält, wir planen bereits ein großes Wiedersehen in Berlin zur Feier von 25 Jahren Mauerfall. Außerdem werden wir uns gegenseitig in unseren unterschiedlichen Herkunftsländern besuchen. Es sind Freundschaften fürs Leben, ob ins ferne Brasilien, nach Finnland, Polen, England oder zu unseren Nachbarn in Italien, der Schweiz, …

Müsste ich mein Erasmus-Semester in zwei Worten zusammenfassen, wären diese: zu kurz! Das einzige, was ich bereue ist, dass ich nicht schon für das Wintersemester angesucht habe und daher nur ein Semester bleiben konnte. Ich kann diese Erfahrung absolut weiterempfehlen!! Wer gerne mehr Informationen darüber hätte oder Tipps zum Wohnen, Lehrveranstaltungen usw. braucht, kann mir jederzeit unter babsi2110[at]hotmail.com schreiben : ))) 

Barbara Keinrath  

  
  

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