Deutsch unterrichten in Südfrankreich – La vie en rose

Ende September bin ich mit dem Auto Richtung Südfrankreich aufgebrochen, wo ich von 1.10.2015 bis 31.3.2016 im Primarschulbereich Deutsch unterrichten sollte. 

Schule und Unterricht

Ich war in zwei Volksschulen tätig und für den Deutschunterricht ganz allein verantwortlich - Anmerkung: Es gab an den Schulen keine DeutschlehrerInnen.  Somit hatte ich totale Freiheit, was die Gestaltung des Unterrichts anbelangte. Diese "Freiheit" habe ich sehr genossen!
Toll war, dass ich immer nur mit der Hälfte der Klasse arbeitete und die Gruppen somit nicht besonders groß waren - d.h. ich hatte pro Unterrichtseinheit maximal 14 SchülerInnen.
Super war auch, dass ich mir meinen Stundenplan selbst zusammenstellen durfte. Da im Rahmen der „Sprachassistenz“ lediglich zwölf 12 Arbeitsstunden pro Woche vorgesehen sind und sich dies leicht an 3 Tagen ausgeht, war ich schließlich nur von Dienstag bis Donnerstag im Einsatz.
Das Unterrichten hat nicht nur mir, sondern auch den Kindern unheimlich Spaß gemacht. Sobald mich die Schüler/innen am Schulgelände erblickten, riefen sie mir schon von weitem zu und freuten sich immer auf die gemeinsamen Stunden mit mir. Ich bin überzeugt davon, dass ich (zumindest dem Großteil der Kinder) einen positiven Zugang zur deutschen Sprache vermitteln und sie auf Österreich neugierig machen konnte. 

Wohnort und Unterkunft

Gewohnt habe ich mit einem Italiener und einem Franzosen (keine Sprachassistenten!) in einem riesigen, modernen Haus in einer kleinen Stadt Südfrankreich (zwischen Nizza und Marseille) wenige Meter vom Meer entfernt.
Das interkulturelle Zusammenleben habe ich sehr positiv erlebt – man lernt viel über die anderen Kulturen, Besonderheiten, Essgewohnheiten etc. kennen und verbessert beim Austausch zugleich seine Fremdsprachenkenntnisse.
Praktisch war auch, dass ich mein Auto in Frankreich zur Verfügung hatte und somit nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war, um beispielsweise in meine Schulen zu kommen. Zudem habe ich auch meine gesamte nähere Umgebung mit dem Auto erkundet.
Vom milden Klima an der Côte d´Azur habe ich sehr profitiert – nicht selten kam es vor, dass ich während der Wintermonate in T-Shirts am Strand relaxte, während meine Familie und Freunde in Österreich gefroren haben... 



Herausforderungen

Organisatorische Dinge, begonnen bei der Wohnungssuche - die sich bei mir allerdings sehr unkompliziert gestaltete-, über den Abschluss einer Krankenversicherung mit diversen Arztbesuchen im Ausland, einer Kontoeröffnung, dem Beantragen der Wohnbeihilfe etc. stellten manchmal eine Herausforderung dar.
Auch wenn es etwas mühsam war, die verschiedensten benötigten Unterlagen bereitzustellen, hat mit etwas Hartnäckigkeit und Nachdruck alles funktioniert.  Gröbere Probleme gab es in dem Sinne nicht. Diverse Behördengänge und bürokratische Hürden gehören nun mal zu einem „richtigen“ Auslandsaufenthalt dazu. 

Reisen

Meine Freizeit habe ich vor allem für diverse Reisen genützt. An den verlängerten Wochenenden und während der Ferien habe ich viele Teile Frankreichs kennengelernt. Einige besuchte Städte: Lyon, Straßburg, Paris, St.Malo, Bordeaux, Montpellier, Marseille, Aix-en-Provence, Avignon, Cannes, Antibes, Nizza, Monaco,...


Außerdem war ich eine Woche auf Korsika, wo ich mit meinem Auto und mit anderen Sprachassistentinnen die gesamte Insel erkundet habe. Ein weiteres Wochenende habe ich in Lissabon verbracht. 

Fazit

Durch den Einsatz als „Deutschlehrerin“ im Ausland lernt man nicht nur ein neues Schulsystem hautnah kennen, sondern sammelt unglaublich viele Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen, die das ganze Leben prägen und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Für mich war wichtig, dass ich vor allem auch im Hinblick auf meine bevorstehende Tätigkeit als Volksschullehrerin zahlreiche neue und interessante Einblicke gewinnen kann, und dies war zweifellos der Fall.
Rückblickend kann ich sagen, dass meine Erwartungen weitaus übertroffen wurden und es unglaublich bereichernde Monate – in jeder Hinsicht – waren, die ich auf keinen Fall missen möchte!
Ich kann dieses Programm der „Sprachassistenz“ nur jedem/jeder weiterempfehlen! 

Wenn ich euer Interesse geweckt habe und ihr vielleicht auch Praxiserfahrungen im Ausland sammeln möchtet, könnt ihr mir gerne schreiben und mir diverse Fragen stellen: lisi-hb@hotmail.com