Lerncoaching und individuelle Lernbegleitung (ILB)

Lerncoaching und individuelle Lernbegleitung

Studiendauer: Semester
Umfang: 10 ECTS-AP
Start: Wintersemester 2019
Lehrgangsleitung: Mag. Sabine Haider, MSc / Elisabeth Stipsits, BEd MEd MA

Gegenstand des Hochschullehrgangs ist die Ausbildung von Pädagog_innen zu Lerncoaches zur Begleitung und Beratung von Schüler_innen individuell und im Klassenverband. Ziel ist es Päda-gog_innen zu befähigen, Schüler_innen in ihren Lernprozessen professionell zu unterstützen.
Ausgangspunkte für die Befähigung von Lehrkräften als Lerncoaches sind gesellschaftliche und gesetzliche Erfordernisse. Die zukünftige Teilhabe von Schüler_innen an der modernen Gesellschaft mit ihren immer höher werdenden Ansprüchen in Bezug auf Lern- und Leistungsfähigkeit bedarf der Hilfestellung beim Lernprozess durch Expert_innen auf dem Gebiet der Beratung und Anleitung von Prozessen des Lernens. Außerdem wird es im Rahmen des gesetzlichen Auftrags für Lehrkräfte immer wichtiger auf individuelle Bedürfnisse und Begabungen der Schüler_innen einzugehen. In diesem Zusammenhang sieht beispielsweise die „Neue Oberstufe“ den Einsatz von „Individuellen Lernbegleiter_innen (ILB)“ vor, die Schüler_innen bei Lernrückständen und/oder Lernschwächen in ihrem Lernprozess unterstützen und begleiten. Es liegt demnach im Aufgabenbereich der Lehrkräfte, Schüler_innen mit Lernrückständen und/oder Lernschwächen nicht nur fachlich zu fördern, sondern sie in ihrem Lernprozess professionell zu coachen und bei der Entwicklung erfolgreicher Lernstrategien unterstützen.

Lerncoaches und Individuelle Lernbegleiter_innen benötigen in dieser Rolle als Prozessbeglei-ter_innen neben profunden Kenntnissen über Lerntheorien, erfolgreiches Lernen, Lernängste und -störungen ein entsprechendes Professionsverständnis. Zudem sind eine entsprechende Haltung in der individuellen Beratung sowie ausgeprägte Gesprächsführungs- und Coaching-kompetenzen auf personaler und systemischer Ebene sowie auf Klassenverbundsebene erforderlich.
Aufgrund dieser Erfordernisse stellt die Private Pädagogische Hochschule Burgenland Lehrkräften in der von ihnen geforderten Funktion als Lernberater_innen2 im individuellen Kontext und im Klassenverband ein Weiterqualifizierungsangebot im Rahmen eines Hochschullehrganges zur Verfügung.

Für die Ausbildung zur „Individuellen Lernbegleitung“ wurde vom BMBWF eine Schulungsreihe  entwickelt, die zu dieser Tätigkeit befähigt. Inhalte dieser Schulungsreihe („Wie Lernen Gelingt“ und „Gesprächsführung“) sind in den vorliegenden Hochschullehrgang integriert. Dieser baut zusätzlich insbesondere auf das Persönlichkeitsmanagementsystem MOKKA (Bauer, 2009) auf, das eine Variante einer Verhaltensanleitung für den Erfolg im Lernbereich bildet. Dieses Lern-system ist für die Lernbereiche Motivation (M), Organisation (O), Kognition (K), Konzentration (K) und Ausdauer (A) konzipiert. Lerncoaching versteht sich dabei als Unterstützung für die individuell Lernenden, wenn der Lernerfolg gesteigert oder ein Ausbildungsziel erreicht werden soll. Dahingehend fokussiert Lerncoaching unter dem Aspekt einer Zielanalyse, eine Selbststeu-erung und Selbstkontrolle, den Abbau der extrinsischen Motivation und die Vermittlung von Fertigkeiten zum Aufbau der intrinsischen Motivation zu erlangen. Gestützt von Instrumenten der Lernorganisation stehen Lernstrategien zur Vermeidung von Inferenzen (Lernhemmungen) und der Förderung von nachhaltigem Lernen im Vordergrund. Begleitet von der Entwicklung von Konzentration und Ausdauer erlangen vor allem die passende Anwendung von Konzentrationsübungen, aber auch Entspannungstechniken ihre Bedeutung zur Erfolgsantizipation (Excellent Moment).  
Der Hochschullehrgang sensibilisiert des Weiteren die Studierenden auf Lernstörungen bzw. -ängste und macht diese im Umgang damit im ihrer Rolle als Lerncoaches vertraut. Um die erlangten Kenntnisse im Bereich der individuellen Lernbegleitung auch in den Klassenverband übertragen zu können, erhalten die Teilnehmenden des Hochschullehrganges abschließend zusätzlich prozessorientierte Techniken und Instrumente des Lerncoachings - auch aus dem Bereich des E-Learnings (LMS) - für den Einsatz im Rahmen des Unterrichts.
Zur Sicherung des Praxisbezugs und zum Aufbau von Können werden Ausbildungssituationen geschaffen, die Selbstreflexion, Selbsterfahrung und einen reflektierten Praxistransfer in schuli-sche Alltagssituationen ermöglichen.  
Folgende Aspekte werden besonders berücksichtigt:

  • die Anwendbarkeit des Studiums in der pädagogischen Praxis
  • die Vielfalt wissenschaftlicher Theorien, Methoden und Lehrmeinungen
  • die Stärkung sozialer Kompetenz

Die Studierenden werden im gesamten Hochschullehrgang online mit entsprechenden E-Learning Phasen begleitet (LMS), in denen sie ihr eigenes Lernen reflektieren und den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis aufarbeiten können. Den Abschluss des Hochschullehrgangs bildet sodann die vollständige Erstellung und Ausarbeitung eines Entwicklungs-ePortfolios.
Auch die Durchlässigkeit von Bildungsangeboten im Sinne einer gegenseitigen Anrechenbarkeit von Studien und Studienteilen wird sichergestellt.

Der Hochschullehrgang gemäß § 39 Abs. 1 HG 2005 i.d.g.F. umfasst zwei Semester mit einem Arbeitsaufwand von 10 ECTS-Anrechnungspunkte. 

Für die Zulassung gelten ein fachlich und pädagogisch einschlägiges, mindestens sechssemest-riges abgeschlossenes Lehramtsstudium an einer postsekundären oder tertiären Bildungsein-richtung, ein aufrechtes schulisches Dienstverhältnis. 

Als Reihungskriterium gemäß § 50 Abs. 6 Hochschulgesetz i.d.g.F. gilt:
Unter Berücksichtigung der Schularten, der Altersstruktur, des Geschlechts sowie des regionalen Bedarfs wird von der Leitung des Hochschullehrgangs eine Reihung erstellt. Innerhalb der nach den Kriterien gebildeten Gruppen von Bewerber_innen entscheidet der Zeitpunkt der An-meldung zum Hochschullehrgang.