Akademischer pädagogischer Sozialtherapeut/Akademische pädagogische Sozialtherapeutin

Studiendauer: 4 Semester
Umfang: 60 ECTS-AP
Start: Wintersemester 2020
Lehrgangsleitung: IL Harald Mandl, BEd MAS

Die Ausbildung zum_zur akademischen, pädagogischen Sozialtherapeut_in für die Kinder- und Jugendhilfe vermittelt pädagogischen Fachkräften Kompetenzen in der Arbeit mit beziehungstraumatisierten Kindern und Jugendlichen. Dafür bedarf es eines pädagogischen Fachpersonals, das mit Beziehungstraumata vertraut ist und auf diesem Hintergrund professionelle pädagogische Interventionen durchführen und evaluieren kann. Familiäre Gewalt, Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen gehören zu den häufigsten Beziehungstraumata, die Kinder und Jugendliche erleiden. Diese Beziehungstraumata gehören zu den schwerwiegendsten
Risikofaktoren in der Entwicklung des Kindes- und Jugendalters. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass diese Risikofaktoren mit einer großen Bandbreite sozialer, emotionaler und kognitiver Symptome assoziiert sind. Im vorliegenden Hochschullehrgang werden theoretische und praktische Kompetenzen vermittelt, um präventiv oder kurativ auf die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung betroffener Kinder und Jugendlicher einzuwirken. Ausgehend von der psychologisch fundierten Grundannahme, dass sich die psychischen Folgen von Beziehungsproblemen nur wieder im Kontext von Beziehungen heilen lassen, steht zunächst die
Beziehung zwischen dem Kind/der_dem Jugendlichen und der pädagogischen Fachkraft im Zentrum der Ausbildung.

Anmeldefrist: 15. April – 31. Juli 2020

Die Anmeldung erfolgt in 2 Schritten:

1.) „Klicken Sie auf Ihrer PH-Online-Visitenkarte“ auf „Meine Bewerbungen“ und wählen Sie den HLG aus, für den Sie Sich bewerben wollen.
     Füllen Sie danach alle erforderlichen Felder aus.
(Anleitung zur Bewerbung  =>)

Download Quickinfo (pdf)

Download Infofolder (pdf)

Download Lehrgangstermine (pdf)

Die Teilnehmer/innen lernen, wie eine adaptive, entwicklungsfördernde Beziehung zum Kind oder Jugendlichen aufgebaut und aufrechterhalten werden kann. Flankiert werden diese Kompetenzen durch Methoden und Interventionen des Konzeptes der ‚Neuen Autorität’. Um das Trauma familiärer Gewalt- Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen in seiner pathogenen Wirkung für das Kind zu begreifen und bei Bedarf die Eltern in die pädagogische Arbeit einbeziehen zu können, werden zudem Kompe-tenzen in der bindungsgeleiteten Elternarbeit vermittelt.
Der vorliegende Lehrgang wurde speziell für Pädagoginnen/Päda-gogen konzipiert und vermittelt daher ausschließlich pädagogische Kompetenzen.

Die Teilnehmer_innen werden befähigt, beziehungsorientierte Interventionen für traumatisierte Kinder und Jugendliche durchzuführen. Sie können unterschiedliche bindungsgeleitete Methoden (bspw. Care-Programm) sowie die Neue Autorität und Interventionen in verschiedenen Settings und mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Entwicklungsstufen anwenden. Genuin pädagogische und damit Aufgabe der vorliegenden Ausbildung ist es, sichere, vertrauensvolle Beziehungen zu beziehungstraumatisierten Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Der Aufbau sicherer Beziehungserfahrungen, die Etablierung Schutz bietender Strukturen und die Arbeit mit Ursprungsfamilien bzw. obsorgeberechtigten Personen professionalisiert die Teilnehmer_innen des HLG für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Der Hochschullehrgang bietet dafür fundierte Grundlagen, die gegenwärtig in anderen Aus- und Fortbildungsangeboten noch nicht abgebildet sind. 

Personen, die einen pädagogischen Erstberuf als Lehrer_innen und in den Bereichen Sozialpädagogik, Gesundheit, Pädagogik, Kinder- und Jugendhilfe haben, werden vertieft und theoriebasiert für den Umgang mit beziehungstraumatisierten Kindern und Jugendlichen weitergebildet. Pädagogische Maßnahmen sind in der (Sozial-)Pädagogik begründet und grenzen sich damit von psychotherapeutischen Maßnahmen ab. 

Der Hochschullehrgang „Akademischer pädagogischer Sozialtherapeut/Akademische pädagogische Sozialtherapeutin “ umfasst 60 ECTS-AP und ist auf eine Dauer von 4 Semestern angelegt.
Der Hochschullehrgang hat einen Workload von 60 ECTS-AP, wovon 6 ECTS-AP auf die Abschlussarbeit entfallen, 54 ECTS-AP auf die Lehrveranstaltungen sowie die Selbststudienanteile (siehe 1.3.2).
Nach dem erfolgreichen Abschluss der 6 Module mit 54 ECTS-AP kann der Abschluss zum Akademischen pädagogischen Sozialtherapeuten/ zur Akademischen pädagogischen Sozialtherapeutin erworben werden, indem der_die Teilnehmer_in eine Abschlussarbeit im Umfang von 6 ECTS-AP vorlegt und präsentiert bzw. verteidigt.

Inhaltlich: einschlägige Berufserfahrung (bspw. Lehrer_innen, Elementarpädagog_innen, Freizeitpädagog_innen, Erzieher_innen für Lernhilfe, Sozialpädagog_innen, Sozialarbeiter_innen …)
Formal: abgeschlossene Erstausbildung
Die Reihung erfolgt gemäß Reihungsverordnung der Stiftung Private Pädagogische Hochschule Burgenland, und zwar nach Höhe der abgeschlossenen Grundausbildung und dem Zeitpunkt der Anmeldung.