Allgemeine Informationen und Kooperationspartner

2015 haben alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. Sie verpflichten sich damit auf die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Developement Goals - SDGs) auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene hinzuarbeiten. Die PH Burgenland greift diese Verpflichtung auf und hat mit dem Kompetenzzentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung eine eigene, gut ausgestattete Organisationseinheit für diesen Aufgabenbereich geschaffen. Sie verfügt als einzige Pädagogische Hochschule (in Österreich und im Aufgabenbereich der Lehramtsstudien) über einen Hochschulgarten.

„Es ist ein angenehmes Geschäft, die Natur zugleich und sich selbst zu erforschen, weder ihr noch seinem Geiste Gewalt anzutun, sondern beide durch gelinden Wechseleinfluss miteinander ins Gleichgewicht zu setzen.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Lernen und lehren, forschen und genießen im Hochschulgarten der PH Burgenland

Nach intensiven Vorbereitungen wurde im Mai 2013 mit der Errichtung eines Hochschulgartens an der Pädagogischen Hochschule Burgenland begonnen. Ziel war es, einen in die tertiäre Lehre eingebundenen Lernort zu schaffen, der fächerübergreifendes und handlungsorientiertes Lernen ermöglicht. Der Hochschulgarten der PH Burgenland dient in erster Linie als Lernort für Gartenpädagogik, Natur- und Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung, er schafft aber auch einen anregenden Lernraum für Soziales Lernen, Gesundheitsbildung und globales Lernen.  Das Nutzungskonzept des Hochschulgartens sieht eine vielseitige Verwendung des Gartens vor. Die einzelnen Zielbereiche lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Der Hochschulgarten ist ein Lernort für Fachdidaktik, allgemeine Didaktik und Humanwissenschaften, insbesondere im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
  • Der Hochschulgarten wird in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer, aber auch in der Elementar- und der Freizeitpädagogik als Lernort genutzt.
  • Der Hochschulgarten dient darüber hinaus als Erholungsraum für Studierende und Lehrende.
  • Der Hochschulgarten dient als eine Art „Labor“ und erweitert so die Möglichkeiten der Forschung an der PH Burgenland.

Auf dem etwa 800 qm² großen Grundstück wurden die Bereiche Wildnis, Nutzgarten und „Grünes Klassenzimmer“ angelegt, die aufgrund ihrer jeweiligen pädagogischen Zielsetzung unterschiedliche Gestaltungselemente (beispielsweise Streuobstwiese, Gemüsebeete, Staudenbeete, Duft- und Heilpflanzen oder Kräuterecke) enthalten.

Im Mai 2019 wurde dem Hochschulgarten der PH Burgenland die „Natur im Garten“ Plakette verliehen und die langfristige Zusammenarbeit mit Uschi Zezelitsch bekannt gegeben.

Unsere Seminare im Hochschulgarten finden sie unter folgendem Link im Bereich Fortbildung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) orientiert sich an der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, die im September 2015 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde. Dieses Programm widmet sich fünf Kernanliegen, die auch die „5 Ps“ genannt werden, da sie auf Englisch jeweils mit „P“ beginnen:

  • People (Mensch)
  • Planet (Erde)
  • Prosperity (Wohlstand)
  • Peace (Friede)
  • Partnership (Partnerschaft).

Diese Kernanliegen sind unterteilt in 17 SDGs (Sustainable Developement Goals), die sogenannten nachhaltigen Entwicklungsziele, die bis zum Jahr 2030 vorangetrieben und umgesetzt werden sollen. Die Agenda beinhaltet auch eine Verpflichtung zur Verankerung in den nationalen Bildungssystemen. In Österreich wird als Definition in der Strategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ festgehalten: „Bildung für nachhaltige Entwicklung strebt eine umfassende, zukunftsfähige Ausrichtung der Bildung mit dem Ziel an, heutigen und zukünftigen Generationen ein friedliches Zusammenleben in Freiheit, Wohlstand und einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen. Grundlagen dafür sind humanistische Bildungsideale sowie die kritische Reflexion der Lebenswirklichkeiten und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Individuelle Verantwortung und Mündigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle“ (Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2008, S.7).

Weiterführende Informationen finden sie unter folgendem Link.

Global Citizenship Education (GCED)

  • reagiert auf die Globalisierung durch Erweiterung des Blickwinkels der politischen Bildung auf die Weltgesellschaft.
  • übernimmt die ethische Werthaltung der Friedenspädagogik und Menschenrechtsbildung.
  • stützt sich auf die weltgesellschaftliche Perspektive des Globalen Lernens, das sich nicht nur mit globalen Themen, sondern speziell mit der Verbindung von Globalem und Lokalem zum „Glokalen“ beschäftigt.
  • verbindet vor allem diese drei pädagogischen Richtungen durch das Konzept der global citizenship als politischer Anteilnahme und Teilhabe am weltpolitischen Geschehen.

Die Initiative Education Above All, eine global wirkende Stiftung aus Quatar, deren Ziel es ist, die Bildungschancen von benachteiligten Kindern weltweit zu erhöhen und die auch mit der UNESCO kooperiert, definiert Global Citizenship Education „as an umbrella term covering themes such as education for tolerance and appreciation of diversity, conflict resolution and peace, humanitarian action, and introduction to the principles of human rights and humanitarian law, as well as civic responsibilties,- as these themes relate to local, national and international levels“ ( Education Above All 2012 ).

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