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PPH Burgenland startet MINKT-Days: Fokus auf Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit zum Auftakt

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Die Private Pädagogische Hochschule Burgenland (PPH Burgenland) eröffnete am 24. März 2026 die MINKT-Days, eine zweitägige Veranstaltung für Studierende und Lehrende. Der erste Tag stand dabei unter dem Schwerpunkt Naturwissenschaften. Ziel der Veranstaltung war es, naturwissenschaftliche Kompetenzen zu fördern und den Bezug zu Nachhaltigkeit im Unterricht zu stärken.

„Naturwissenschaftliche Bildung ist eine grundlegende Kompetenz, die wir benötigen, um junge Talente zu fördern und unseren Wirtschaftsstandort zu stärken. Gleichzeitig ist der Bezug zu Nachhaltigkeit zentral: Wenn Kinder und Jugendliche verstehen, wie Systeme vernetzt sind und wie wissenschaftlich fundierte Entscheidungen Wirkung entfalten, tragen wir dazu bei, dass sie Naturwissenschaften schätzen, verstehen und verantwortungsbewusst handeln. Auf diese Weise leisten wir als Pädagoginnen und Pädagogen einen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Gesellschaft und zum Schutz eines intakten Planeten für kommende Generationen“, erklärte Sabine Weisz, Rektorin der PPH Burgenland.

Das Schulsystem steht vor großen Herausforderungen: gesellschaftlicher Wandel, demografische Veränderungen, technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und sinkende Aufmerksamkeit durch digitale Medien erfordern neue Ansätze im Unterricht. „Wir müssen Unterricht so gestalten, dass er schülerzentriert, kognitiv aktivierend und praxisnah ist. Weniger ist oft mehr: Durch die Konzentration auf zentrale Inhalte können Schüler:innen zum Denken angeregt werden und Freude an Naturwissenschaften entwickeln. Entdecken, Forschen und Experimentieren sind dabei zentrale Elemente, die Lernen spannend und nachhaltig machen. Ziel ist es, dass Zukunftsthemen nicht nur vermittelt, sondern von den Kindern verstanden, reflektiert und in ihrer Lebenswirklichkeit verankert werden“, so Jürgen Neuwirth, Leiter des Bereichs Pädagogischer Dienst.

In seinem Impulsvortrag „Kontroverses Thema ‚Klimaschutz‘? Von der wissenschaftlichen Evidenz zum Unterrichten in der Praxis“ zeigte Matthias Fasching (Universität Wien, Physikdidaktik), wie Lehrpersonen den Klimawandel und Klimaschutzmaßnahmen im Unterricht vermitteln können. Fasching betonte einmal mehr, dass der Klimawandel real und menschengemacht sei: Zwischen 2011 und 2020 lag die globale Durchschnittstemperatur bereits 1,1 °C höher als im Vergleichszeitraum 1850-1900, in Österreich sogar um über 3°C. Vom Menschen emittierte Treibhausgase wie CO₂ und Methan verursachen die Erwärmung, und aktuelle Klimaschutzmaßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.
Kontroversen rund um dieses Thema seien nicht naturwissenschaftlicher, sondern gesellschaftlicher Natur, da Ist-Zustand (aktuelles Verhalten, gesellschaftliche Normen und Strukturen) und Soll-Zustand (notwendige Maßnahmen) auseinanderfallen. Mitigation (z.B. die Reduktion von Treibhausgasemissionen) und Adaption (Anpassung an Folgen) stellte Fasching als gleichermaßen notwendige Klimaschutzmaßnahmen vor.
Das WAAGER-Modell (Wahrnehmen, Analysieren, Argumentieren, Gewichten, Entscheiden, Reflektieren) ermögliche Schüler:innen, Entscheidungen innerhalb kontroverser Themen evidenzbasiert und reflektiert zu treffen. Lehrpersonen sollen Diskussionen konstruktiv begleiten, kritisches Denken fördern und eigene Meinungen durchaus äußern, dabei aber auf die wissenschaftliche Fundierung achten und etwaige Wertehaltungen als persönliche Position kennzeichnen. Fasching schloss mit der Botschaft: Klimawandel ist menschengemacht, Klimaschutzmaßnahmen sind notwendig, und Schule kann einen wichtigen Beitrag leisten. 

Weitere Keynotes beleuchteten praxisnahe Ansätze für den Unterricht:

  • Draußen lernen leicht gemacht – Neue Unterrichtsmaterialien: Anwendung und Ideen
    Georg Derbuch (Naturparke Burgenland) präsentierte Materialien für den Unterricht im Freien. Bewegtes, kreatives und entdeckendes Lernen in der Natur soll Motivation und nachhaltige Lernerfahrungen fördern. 
  • Auswirkungen der Initiative „Naturkalender Burgenland“ auf den Unterricht in burgenländischen Volksschulen
    Jana Hahnekamp (PPH Burgenland) stellte das Projekt vor, bei dem in 19 Schulen „10-Jahreszeiten-Hecken“ gepflanzt wurden, um Blattaustrieb, Blüten und Fruchtreife zu beobachten. Daten und eine begleitende App sollen Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt verdeutlichen. Lehrpersonen gaben qualitative Rückmeldungen, die in ihrer Masterarbeit evaluiert werden. 

Am Nachmittag konnten Teilnehmer:innen ihr Wissen in Workshops vertiefen. 

Besonderer Dank gilt dem Organisationsteam des Zentrums für Digitale Kompetenz und MIN(K)T unter der Leitung von Thomas Leitgeb, insbesondere Anna Reumann-Buczolich und David Wilfing.

Programm 

Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland

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