Linguistic Landscapes im Unterricht: Sprache im öffentlichen Raum entdecken
Im Jänner 2026 setzten sich Studierende der Primar- und Sekundarstufe der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Entwicklung von Hör- und Leseverstehen sowie rezeptiver Textkompetenz“ und „Mehrsprachigkeit“ gemeinsam mit der Lehrenden Isabel Zins mit sogenannten Linguistic Landscapes auseinander.
Darunter versteht man die Sichtbarkeit von Sprache, Schrift und Zeichen im öffentlichen Raum, wie Orts- und Straßennamen, Verkehrszeichen, Wegweiser, Aushänge oder andere Beschriftungen.
Ausgehend vom unmittelbaren Lebensumfeld entwickelten die Studierenden didaktische Projekte, die zeigen, wie Sprachunterricht an alltägliche Erfahrungen anknüpfen kann. Verkehrszeichen wurden beispielsweise in den Schulkontext übertragen, um Regeln und Miteinander sichtbar zu machen. Wegweiser dienten als Anlass für sprachliche und biografische Reflexionen, etwa zu Fragen nach dem eigenen Standort oder zukünftigen Perspektiven. Öffentliche Schilder wurden analysiert, um über Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und sprachliche Adressierung ins Gespräch zu kommen.
Methodisch arbeiteten die Studierenden mit einer Kombination aus Feldforschung, Analyse und Präsentation. Nach der Klärung zentraler Begriffe sammelten sie Material im eigenen Umfeld, werteten dieses hinsichtlich Sprachwahl, Gestaltung und Sichtbarkeit aus und reflektierten ihre Ergebnisse gemeinsam.
Die Arbeit mit Linguistic Landscapes eröffnet vielfältige Möglichkeiten für den Sprachunterricht: Sie fördert Sprach(en)bewusstsein, ermöglicht Aushandlungen über Mehrsprachigkeit und macht „Translanguaging“ als alltägliche Praxis sichtbar. Vor allem aber knüpft sie an die Lebensrealität der Schüler:innen an und zeigt, dass Sprache nicht nur im Klassenzimmer, sondern überall präsent ist.
Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland