Europäischer Tag der Sprachen an der PPH Burgenland
Unter dem Motto „Sprachen öffnen Herz und Geist“ feierte die Private Pädagogische Hochschule Burgenland am 26. September 2025 den Europäischen Tag der Sprachen. Einen ganzen Vormittag stand die sprachlich-kulturelle Vielfalt im Mittelpunkt und lud die Besucher:innen dazu ein, bekannte und weniger bekannte Sprachen auf neue Weise zu erleben.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Sprachen des Burgenlandes. An interaktiven Stationen konnten Interessierte in Ungarisch, Burgenlandkroatisch und Burgenland-Romani eintauchen und mit Spielen, Musik und sogar tänzerischen Elementen die Sprachen mit allen Sinnen erfahren.
Die Wanderausstellung „Migration on Tour“, die im Rahmen einer Kooperation mit dem Demokratiezentrum Wien noch bis 10. Oktober 2025 an der PPH Burgenland zu sehen ist, gab Einblicke in vielfältige Aspekte der Migration und zeigte, welche Rolle Sprache dabei spielt.
Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis bot die Audiocollage „Lost and Found“ der US-amerikanischen Künstlerin Susan Hiller (1940–2019). In der 2016 entstandenen Klanginstallation werden Stimmen aus 23 Sprachen hörbar, die entweder ausgestorben oder stark gefährdet sind, darunter N/uu, Aramäisch und Livländisch. Hillers Werk verknüpft dabei präzise wissenschaftliche Beobachtung mit einer emotionalen Auseinandersetzung mit Sprache als Trägerin von Erinnerung und kollektiver Identität.
Darüber hinaus setzten sich Mitmachstationen mit dem 30-jährigen Jubiläum der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen auseinander. Besucher:innen erhielten zudem Einblicke in weltweite Perspektiven: Die UN-Initiative „International Decade of Indigenous Languages“ (2022–2032) wurde vorgestellt und verdeutlichte, dass sprachliche Vielfalt ein globales Thema ist. Auch die österreichische Perspektive wurde aufgegriffen: Artikel 7 des Staatsvertrags von Wien sichert den Schutz autochthoner Minderheiten und ihrer Sprachen. Einen besonderen regionalen Bezug bot das 25-jährige Jubiläum der zweisprachigen Ortstafeln im Burgenland, das die Bedeutung der burgenländischen Minderheitensprachen in den Mittelpunkt rückte.
Eine Selbstlernstation mit dem mehrsprachigen Sprachkurs „Szerbusz Pannonien – Vier Kulturen, ein Sprachkurs“ ermöglichte schließlich, die klangliche Vielfalt des Burgenlandes ganz unmittelbar zu entdecken.
Der Europäische Tag der Sprachen an der PPH Burgenland verband damit auf lebendige Weise Wissenschaft und Emotion, regionale Verwurzelung und globale Perspektiven.
Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland