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27/11, 21:33

Ein Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit

Von: Marie Mörz

 Franz Küberl, der ehemalige Präsident der Caritas Österreich, präsentierte am 21. November 2017 an der PH Burgenland sein neues Buch „Sprachen des Helfens“, ein persönliches und kritisches Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit und ein Appell an die Hilfsbereitschaft und Solidarität.

Die „Vielsprachigkeit“ des Helfens

In seiner langjährigen Tätigkeit als Präsident der Caritas Österreich hat Franz Küberl die vielen Facetten und Motive des Helfens kennengelernt. „Helfen“ sei die meistgesprochene Sprache der Welt, so Küberl. Es gebe so viele „Sprachen des Helfens, wie es Menschen gibt.“ Die Vielfalt der Ausdrucksformen seien abhängig sowohl von der Not dessen, der Hilfe benötigt, als auch von der Kapazität dessen, der Hilfe bereitstellt, betonte er.

In seinem Buch zeichnet er ein sehr detailliertes und differenziertes Bild des Helfens und rückt insbesondere die Persönlichkeit und Motive des Helfers in den Blickpunkt. „Nur wer sich selbst mag, kann andere mögen und ihnen damit helfen“, so Küberl. Auch „Verirrungen des Helfens“ und das sensible Verhältnis zwischen dem Helfenden und dem zu Helfenden werden thematisiert, weil Helfen immer die Geschichte einer Begegnung und Beziehung zwischen zwei Menschen sei.

Die Bewältigung der Ängste

Mut ist das Gegenteil von Angst. Franz Küberl empfiehlt schlicht zu helfen, und der Befürchtung, beim Helfen Fehler zu machen, eigenes aktives Tun entgegenzusetzen. Statt wegzuschauen, sollte man hinschauen, wo Hilfe dringend gebraucht wird, denn „wer nie und niemandem hilft, macht nichts, aber auch schon gar nichts Gutes“. Sein Buch beinhaltet eine Fülle konkreter Anregungen.

Er ist zutiefst davon überzeugt, dass das Helfen die Menschen im positiven Sinn verändert. Auf den anderen zuzugehen, ihm etwas zu schenken oder sich um ihn zu kümmern, ohne Scheu, erweitert den Blick des Menschen und verleiht seinem Leben einen tieferen Sinn. Helfen „verändert denjenigen, der Hilfe erfährt, genauso wie denjenigen, der hilft. Und es verbessert auch die Welt ein klein wenig.“

Statement zum Projekt "100 Jahre Republik Österreich"

"Wir haben auf dem Boden unseres Landes in den letzten hundert Jahren ungeheure Entsetzlichkeiten erlebt, aber auch wahnsinnig viel Hilfsbereitschaft und Zusammenstehen. Wir leben in einer blühenden Gemeinschaft, obwohl wir erst 1945 knapp der Hölle entronnen sind.
Für die Zukunft, sage ich, brauchen wir die Kraft, dass wir nur miteinander leben können und nicht gegeneinander. Wir werden Menschen brauchen, die sich zugunsten anderer etwas einfallen lassen, die aber auch diese Brise an Zivilcourage haben, damit schwierige Situationen gut überstanden werden können und eines ist klar: Zusammenhalten ist weit besser als aufeinander losgehen!" 
https://www.youtube.com/watch?v=6LHim8TECic&feature=youtu.be 

"Solidaritätsstiftendes Lernen - caritativ handeln"

Werte wie Empathie und Menschlichkeit sind auch an der PH Burgenland von zentraler Bedeutung. Ein 4 – semestriger Lehrgang wird derzeit angeboten, der insbesondere dem vielschichtigen Themenfeld der Persönlichkeitsbildung, der Entwicklung der Argumentations- und Toleranzfähigkeit, dem sozialen Lernen und der Interkulturalität gewidmet ist.

Mehr Infos finden Sie unter:
https://www.ph-burgenland.at/ueber/hochschule/institute/institut-fuer-religionspaedagogische-bildung/studienangebot/fortbildung/

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