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10/09, 21:57

Gebrochene Biografien und Vorbilder: Symposium Biografisches Lernen

Von: Eva Maltrovsky

no sign up adult chat Unter dem Motto „Biografisches Lernen“ nahmen zahlreiche Religionslehrer und Religionslehrerinnen in der letzten Ferienwoche an einem Symposium der Pädagogischen Hochschule des Institutes für religionspädagogische Bildung in Neutal teil. 

girlfreind past Lange Zeit war das „Vorbild“ out. Durch die Emanzipationsbewegung und dem kritischen Umgang mit dem Thema „Heldenverehrung“, das vor allem durch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus anders gesehen wurde, spielte das Thema auch in Umfragen, etwa 1996, gesellschaftlich eine sehr geringe Rolle. 

gay webcam chat rooms Auch wenn ab der Jahrtausendwende das Thema „Vorbild“ und biografisches Lernen wieder mehr in den Fokus rückt, hat sich die Zugangsweise gewandelt.
Mit einer überhöhten religiösen Figur können sich Schüler und Schülerinnen heute nicht mehr identifizieren, dazu ist sie zu weit weg. Ein Modell eines Heiligen, der asketisch, zölibatär, überfamiliär und überhöht dargestellt wird, wirkt patiniert.
Hans Mendl unterscheidet ein traditionelles „asketisch, zieloptimiertes Heiligkeitsmodell“ und ein „lebensbejahendes, prozesshaftes Heiligkeitsmodell“, das zeitgemäßer ist. Ein überperfektes Vorbild ist Jugendlichen nicht zugänglich, oft sind „gebrochene Biografien“ interessanter.
Dementsprechend betreibt Hans Mendl bereits einige Jahre das Projekt „local heroes“ an der Universität Passau ( http://www.uni-passau.de/local-heroes), wo er Menschen, die sich vorbildhaft im Alltag engagieren, vorstellt – eine Anregung für den Unterricht, solche Menschen in der eigenen Umgebung zu finden.
Biografisches Lernen steht für Hans Mendel in Wechselwirkung zwischen dem Ich und dem Anderen, immer im Kontext von Selbstwerdung, Selbstverantwortung und der Orientierung an Fähigkeiten, Idealen, Hoffnungen und Charismen. Dabei geschieht das Lernen an Vorbildern in der Spannung von Dialog und kritischer Auseinandersetzung. 

apps for dating Von einer anderen Seite, aber sehr gut ergänzend, nähert sich der Pädagoge und Sozialwissenschafter Edwin Stiller, der auch lange in der Schule, Lehrerbildung und im Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) in Deutschland arbeitete, nun in der Beratung tätig ist, dem Thema. Er sieht biografisches Lernen als einen notwendigen Bestandteil pädagogischer Bildung. „Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist – was geschieht mit dem Rest?“ zitiert er Pascal Mercier. Der vom Konstruktivismus beeinflusste Ansatz versteht Biografie als soziale Konstruktion von Identität und deren Integration in kulturelle, historische, politische und soziale Kontexte. Zur Biografiearbeit zählen sowohl die Selbstreflexion wie auch die Analyse „fremder“ Lebensgeschichten. Es geht um Selbstverstehen und Fremdverstehen, um autobiografische Kompetenz und hermeneutisch-emphatische Kompetenz. Ziel ist es, das eigenen Leben bewusst gestalten und das andere Leben verstehend begleiten zu können.
Daher sollte Biografiearbeit auch für die Aus- und Fortbildung der Lehrer und Lehrerinnen berücksichtigt werden.

live camz Das traditionelle zweitägige Treffen der Religionslehrer und Religionslehrerinnen war nicht nur durch intensive Arbeit geprägt. So fand auch ein Gottesdienst mit Bischof Ägidius J. Zsifkovics statt. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Franziska Klein und Helene Buranits der Martinsorden in Silber für ihr Engagement am IRPB der  Pädagogischen Hochschule Burgenland verliehen. Hervorzuheben ist die musikalische Gestaltung der Messe durch den Lehrer- und Lehrerinnenchor unter der Leitung von Adele Grill. Am Abend fand die Generalversammlung der Berufsgemeinschaft statt und verdiente Kolleginnen wurden bei dieser gemeinsamen Zusammenkunft verabschiedet. Auch die langjährigen und sehr geschätzten Mitarbeiterinnen des IRPB der Pädagogischen Hochschule, Franziska Klein und Helene Buranits, traten in den Ruhestand.  Frau Vizerektorin Mag. Inge Strobl-Zuchtriegl, MAS, MSC war ebenfalls anwesend und bedankte sich bei ihnen für ihre langjährige Arbeit an der Pädagogischen Hochschule.