PH News

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13/06, 18:25

„Eine Welt der Berührung“ – Eintauchen in den Alltag von blinden, taubblinden und hörsehbehinderten Menschen

Von: Eva Dobrovits

Studierende des 4. Semesters aus dem Schwerpunkt Inklusion besuchten am 08. Juni 2018 das Bundes–Blindenerziehungsinstitut (bbi) sowie die Beratungsstelle des Österreichischen Hilfswerks für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte (ÖHTB) in Wien. Die Exkursion fand unter der Leitung von Eva Dobrovits im Rahmen der Lehrveranstaltung „Grundlagen inklusiver Didaktik“ statt.

Am Vormittag wurde den Studierenden der PH Burgenland im bbi ein Einblick in die Arten des Unterrichts nach bis zu elf verschiedenen Förder-, Lehr- und Ausbildungsplänen und die verwendeten Kommunikations- und Informationstechnologien gewährt. Die Pädagoginnen/Pädagogen vor Ort stellten außerdem die methodischen und didaktischen Grundsätze der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Blindheit oder hochgradiger Sehbehinderung anschaulich dar. Die blindenspezifische Tasterziehung, bei der durch das „hautnahe“ Erleben von intensivem, subjektivem Reiz Vorstellungen über die Umwelt erlangt werden, wie auch das Ziel, die Kinder und Jugendlichen hin zu einer selbstständigen Lebensführung zu begleiten, sind wesentliche Schwerpunkte in der Arbeit am Bundes–Blindeninstitut in Wien.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Beratungsstelle des ÖHTB. Das Österreichische Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte bietet vielfältige Dienstleistungen für alle Altersstufen an. Ein wichtiges Aufgabengebiet ist hierbei die  Frühberatung von Familien mit Kindern mit Sinnes- und Mehrfachbehinderung vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt. In der Beratungsstelle hatten die Studierenden die Möglichkeit, durch Simulierung einer Hör- und Sehbeeinträchtigung ein wenig in den Alltag betroffener Menschen einzutauchen.

Außerdem erhielten die Studierenden einen Schnellkurs im Lormen, einer Kommunikationsform für taubblinde bzw. hochgradig hörsehbehinderte Menschen. Hierbei tastet der Sprechende in die Handinnenfläche des Lesenden. Jede einzelne Berührung bedeutet einen Buchstaben im Alphabet. Durch diese Darbietung wurde der Gruppe noch einmal mehr bewusst, dass die Welt blinder, taubblinder und hörsehbehinderter Menschen eine Welt der Nähe und der Berührung ist.